Dr. Alexander Butz · Leistungsspektrum

Hernien – Brüche der Bauchwand

Eine Hernie – im Volksmund „Bruch“ – ist eine Lücke in der Bauchwand, durch die sich Bauchfell und Bauchinhalt vorwölben. Hernien bilden sich nicht von selbst zurück und neigen dazu, mit der Zeit größer zu werden.

Ob und wann eine Operation sinnvoll ist und welches Verfahren sich eignet, hängt von Art und Größe der Hernie sowie von Ihrer persönlichen Situation ab. Wenn möglich, führe ich Hernienoperationen minimal-invasiv durch. Die Beratung dazu erfolgt individuell in der Ordination.

Behandelte Themen

Leistenbruch (Inguinalhernie)

Definition

Der Leistenbruch ist die häufigste Form der Hernie. Durch eine Schwachstelle der Bauchwand im Bereich des Leistenkanals wölbt sich Gewebe vor. Männer sind deutlich häufiger betroffen als Frauen. Begünstigend wirken eine angeborene Bindegewebsschwäche, schweres Heben, chronischer Husten und Pressen.

Diagnose

Typisch ist eine tast- oder sichtbare Vorwölbung in der Leiste, die sich beim Pressen, Husten oder Stehen verstärkt und im Liegen oft zurückgleitet. Hinzu kommen ein Ziehen oder Druckgefühl. Die Diagnose wird klinisch gestellt, ergänzend kann eine Ultraschalluntersuchung erfolgen.

Therapie

Ein Leistenbruch wird operativ versorgt, da er sich nicht von selbst zurückbildet. Zur Verfügung stehen offene und minimal-invasive Verfahren, bei denen die Bauchwand in der Regel mit einem Kunststoffnetz verstärkt wird. Welche Methode geeignet ist, wird individuell besprochen. Plötzlich auftretende, starke Schmerzen mit einer nicht mehr zurückdrängbaren Vorwölbung sind ein Warnzeichen und erfordern eine rasche Abklärung.

Nabelbruch (Umbilikalhernie)

Definition

Beim Nabelbruch wölbt sich Gewebe durch eine Lücke in der Bauchwand im Bereich des Nabels vor. Der Nabel ist eine natürliche Schwachstelle der Bauchwand. Begünstigend wirken Übergewicht, Schwangerschaften und alles, was den Druck im Bauchraum erhöht.

Diagnose

Erkennbar ist eine Vorwölbung im Nabelbereich, die sich beim Pressen verstärkt. Die Diagnose erfolgt durch die klinische Untersuchung, bei Bedarf ergänzt durch einen Ultraschall.

Therapie

Kleine, beschwerdefreie Nabelbrüche können unter Beobachtung bleiben. Größere oder beschwerdeverursachende Nabelbrüche werden operativ verschlossen, je nach Größe mit direkter Naht oder mit Netzverstärkung.

Narbenbruch (Narbenhernie)

Definition

Ein Narbenbruch entsteht im Bereich einer früheren Operationsnarbe, wenn die Bauchwand an dieser Stelle nicht stabil verheilt ist. Begünstigend wirken Wundheilungsstörungen, Übergewicht, Infektionen und eine Bindegewebsschwäche.

Diagnose

Typisch ist eine Vorwölbung entlang einer bestehenden Narbe, die sich beim Pressen oder Aufstehen verstärkt. Zur Beurteilung der Größe des Bruchs kann eine Bildgebung sinnvoll sein.

Therapie

Narbenbrüche werden in der Regel operativ versorgt. Da das Gewebe bereits vorgeschädigt ist, wird die Bauchwand meist mit einem Netz verstärkt. Die Planung des Eingriffs erfolgt individuell.

Zwerchfellbruch (Hiatushernie)

Definition

Beim Zwerchfellbruch verlagern sich Teile des Magens durch die Zwerchfellöffnung, durch die normalerweise die Speiseröhre verläuft, nach oben in den Brustraum. Eine Hiatushernie ist eine häufige Ursache von Sodbrennen und Refluxbeschwerden.

Diagnose

Kleine Zwerchfellbrüche bleiben oft unbemerkt. Größere können Sodbrennen, Aufstoßen und ein Druckgefühl hinter dem Brustbein verursachen. Die Diagnose erfolgt über eine Magenspiegelung und gegebenenfalls weitere Untersuchungen.

Therapie

Im Vordergrund steht zunächst die Behandlung der Refluxbeschwerden. Bei großen Brüchen oder wenn die Beschwerden trotz Medikamenten bestehen bleiben, kann eine Operation sinnvoll sein, bei der der Magen wieder in den Bauchraum verlagert und die Zwerchfellöffnung eingeengt wird. Mehr dazu auf der Seite zur Antireflux-Chirurgie.

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