Viele kleinere chirurgische Eingriffe lassen sich unkompliziert und in örtlicher Betäubung direkt in der Ordination durchführen. Ein Krankenhausaufenthalt ist dafür nicht erforderlich.
Ob Hautveränderung, Knoten im Unterhautgewebe oder ein eingewachsener Zehennagel – die Eingriffe erfolgen in ruhiger Atmosphäre und mit sorgfältiger Nachbetreuung. Entferntes Gewebe wird bei Bedarf feingeweblich untersucht.
Hautveränderungen wie Muttermale (Pigmentmale) sind sehr häufig und meist harmlos. Eine Entfernung ist sinnvoll, wenn ein Mal kosmetisch oder mechanisch stört oder wenn es auffällige Merkmale zeigt und zur Sicherheit untersucht werden soll.
Auffällige Hautveränderungen werden begutachtet. Veränderungen in Größe, Form oder Farbe sollten ärztlich beurteilt werden. Im Zweifelsfall ist die feingewebliche Untersuchung nach der Entfernung die sicherste Methode der Abklärung.
Die Entfernung erfolgt in örtlicher Betäubung als kleiner Eingriff in der Ordination. Das entnommene Gewebe kann zur Sicherheit feingeweblich untersucht werden. Auf eine sorgfältige Wundversorgung wird besonderer Wert gelegt.
Ein Lipom ist eine gutartige Geschwulst des Fettgewebes, die sich als weicher, verschieblicher Knoten unter der Haut tastet. Ein Atherom (Grützbeutel) ist eine gutartige Zyste, die von einer verstopften Talgdrüse ausgeht. Beide sind harmlos.
Lipome und Atherome werden durch die Untersuchung erkannt. Eine Entfernung ist sinnvoll, wenn sie stören, größer werden oder sich – wie ein Atherom – wiederholt entzünden.
Die Entfernung erfolgt in örtlicher Betäubung. Bei einem Atherom ist es wichtig, die gesamte Zyste samt Hülle zu entfernen, um einem erneuten Auftreten vorzubeugen. Der Eingriff ist in der Regel rasch erledigt.
Ein Abszess ist eine abgekapselte Eiteransammlung im Gewebe, die durch eine bakterielle Entzündung entsteht. Er macht sich durch eine schmerzhafte, gerötete und überwärmte Schwellung bemerkbar.
Ein Abszess wird durch die klinische Untersuchung erkannt. Wichtig ist eine zeitnahe Behandlung, da sich die Entzündung sonst ausbreiten kann.
Ein Abszess muss eröffnet und entlastet werden, damit der Eiter abfließen kann. Der Eingriff erfolgt in örtlicher Betäubung und bringt rasch Erleichterung. Anschließend ist eine sorgfältige Wundpflege wichtig.
Bei einem eingewachsenen Zehennagel (Unguis incarnatus) wächst der Nagelrand in das umgebende Gewebe ein. Das führt zu Entzündung, Schmerzen und mitunter zu wucherndem Gewebe. Betroffen ist meist die Großzehe.
Der eingewachsene Nagel ist an der schmerzhaften, geröteten und geschwollenen Nagelfalz erkennbar. Die Diagnose wird durch die Inspektion gestellt.
In leichten Fällen kann konservativ behandelt werden. Bei wiederkehrenden oder ausgeprägten Beschwerden ist ein kleiner Eingriff sinnvoll, bei dem der einwachsende Nagelrand entfernt wird – bei Bedarf dauerhaft, durch Verödung des entsprechenden Anteils der Nagelwurzel.
Ein Ganglion – umgangssprachlich Überbein – ist eine gutartige, mit einer gallertartigen Flüssigkeit gefüllte Zyste, die von einer Gelenkkapsel oder einer Sehnenscheide ausgeht. Am häufigsten tritt es am Handgelenk auf, kann aber auch an anderen Gelenken vorkommen. Ein Ganglion ist harmlos.
Typisch ist eine prall-elastische, oft gut tastbare Vorwölbung, die in ihrer Größe schwanken kann. Je nach Lage verursacht ein Ganglion ein Druck- oder Spannungsgefühl oder ist beschwerdefrei. Die Diagnose erfolgt durch die Untersuchung, bei Bedarf ergänzt durch einen Ultraschall.
Ein beschwerdefreies Ganglion muss nicht behandelt werden; manche bilden sich von selbst zurück. Stört das Ganglion oder verursacht es Beschwerden, kann es entfernt werden. Damit es nicht erneut auftritt, ist es wichtig, auch den Stiel zur Gelenkkapsel mit zu versorgen. Das Vorgehen wird individuell besprochen.
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